Über uns

Der russisch-deutsche philosophische Kreis ist eine Gruppe aus Studierenden, Promovierenden und Post docs an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wir nutzen unser Netzwerk um eigene akademische Projekte zu planen, organisieren Veranstaltungen, publizieren und nun bloggen wir auch!

Die Gruppe ist offen für alle, die akademisch oder publizistisch tätig sind, sich für geisteswissenschaftliche und politische Themen mit oder ohne Russlandbezug interessieren.

Ein Gedanke zu „Über uns“

  1. Liebe Mitglieder des russisch-deutschen philosophischen Kreises,

    mit großem Interesse habe ich durch Zufall von Ihrem Kreis erfahren. Ihrem Anliegen wünsche ich weiterhin viel Erfolg. Die Themen „Aufklärung“ und „Dialog“ halte ich für überaus wichtig. Schon vor der Perestroika-Zeit interessierten mich die „leeren Felder“ (Arnold Buchholz) des marxistisch-leninistischen Menschenbildes. Seither forsche ich zu Fragen der philosophischen Anthropologie im Zusammenhang der geistigen Ost-West-Probleme (siehe auch meinen Blog). Zurzeit schreibe ich an einer kleineren Arbeit über Sergej L. Rubinstein, Dimitri Uznadze und Hans Thomae.

    Zusammen mit einer georgischen Freundin suche ich Gesprächspartner für ein ost-westliches „Humanismusprojekt“, das die Zielsetzungen des 2009 beendeten Mercator-Projekts „Humanismus in der Epoche der Globalisierung. Ein interkultureller Dialog über Kultur, Menschheit und Werte“ (http://www.kwi-nrw.de/home/projekt-3.html) unter der Leitung des Historikers Jörn Rüsen erneut aufgreift und fortführt. Wir stehen erst am Beginn unserer Sondierungen und können noch keine klar umrissene Projektskizze anbieten. Zunächst planen wir eine Art Einstiegs-Kolloquium mit dem Arbeitstitel: „Möglichkeiten der Proexistenz im 21. Jahrhundert. Humanistische Voraussetzungen des Friedens. Ein deutsch-georgisch-russisches Forschungsprojekt“. Angesichts der Entwicklungen in der Ukraine und in Syrien halten wir einen erneuten geistigen Dialog für unbedingt erforderlich. Aus schmerzlichen georgischen Erfahrungen teilen wir die Auffassung Carl Friedrich von Weizsäckers, dass „die Wahrheit die Seele des Friedens, der Friede der Leib der Wahrheit“ sei. Leider wurde diesem Gedanken in den letzten Jahren durch nahezu alle Seiten schwerer Schaden zugefügt. Insgesamt haben die meisten von uns wohl nach 1991 unterschätzt, wie voraussetzungsreich Frieden ist und wie schnell humanistische Anliegen erneut der klassischen Machtpolitik in Ost und West zum Opfer fallen können. Das IV. Salzburger Humanismusgespräch stand 1968 unter dem Titel „Theorie und Strategie des Friedens –Modelle einer befriedeten Welt jenseits von Ideologie und Machtpolitik“. Etwas Ähnliches schwebt uns heute vor. Schwerpunkt sollten dabei eben die im weitesten Sinne humanitären (humanistischen sowie anthropologischen) Voraussetzungen des Friedens sein. Dieser Aspekt wird in den politikwissenschaftlichen, ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven zumeist vernachlässigt. Insofern dürften vielleicht gerade Philosophen die richtigen Ansprechpartner sein. In jedem Fall würden wir uns freuen, wenn es zunächst zu einem Dialog über das Thema käme.

    Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für das neue Jahr

    Dr. Frank Tremmel

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